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Die Tascheran-Steppe

Viele Besucher des Baikalsees durchqueren zwar die Tascheran-Steppe auf ihrer Fahrt zur Insel Olchon, aber einen Stopp planen hier nur die wenigsten ein. Das Steppengebiet ähnelt sich klimatisch und geologisch mit dem südlichen Teil der Insel Olchon, hat jedoch seine ganz besonderen Reize. Das Gebiet erstreckt sich ca. 40 km von MRS Sachjurte entlang des Baikals gen Süden. Im Gegensatz zur Insel Olchon fällt fast der gesamte Steppenabschnitt sehr steil und schroff zum Baikal hin ab. Oft ragen die Steilwände 300m senkrecht vom Ufer hinauf . Irgendwie macht die Steppe auf den Besucher einen fast prähistorischen Eindruck und tatsächlich sind die an die Oberfläche tretenden Gesteinsschichten mit 300-400 Mio. Jahren extrem alt. Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch die sehr trockenen, leichten Böden, gehört das Gebiet doch neben der Insel Olchon zu den niederschlagsärmsten Regionen am Baikalsee (ca. 120 - 170mm pro Jahr). Wanderern mit einer feinen Nase wird immer wieder eine Thymianduftwolke begegnen. Thymian kommt hier noch in seiner wilden ursprünglichen Form vor und einige Blättchen davon im schwarzen Tee geben ihm eine ganz besondere Note. Früher nutzen die hier siedelnden Burjaten die Steppengebiete im Sommer als Weideplätze, heute sieht man nur noch vereinzelt Burjaten mit ihren Herden über das Grasland ziehen. Der mit 4000 Einwohnern größte Ort und zugleich Sitz des Verwaltungszentrums der Region ist der Ort Elanzy. Anzusehen ist es dem nur aus kleinen Holzhäusern bestehenden Ort allerdings nicht, weshalb Touristen auf ihrem Weg nach Olchon anhalten. Prominentester Bewohner ist der als Schamane aus 'zig Reisekatalogen bekannte Valentin Chagdajew, der im Sommer regelmäßig vor dem Schamanenfelsen in Chuzir Touristen eine Einführung in sibirisches Schamanentum gibt. Problematisch an einem Besuch der Tascheran-Steppe ist, dass sie touristisch bisher kaum erschlossen ist. Die meisten interessanten Orte findet man nur mit Hilfe von örtlichen Führern oder bei einer Wanderung von Buguldeika bis nach MRS Sachjurta. Der Weg führt fast immer entlang der Steilküste des Baikalsees, jedoch nur an einigen wenigen Buchten bietet sich auch die Gelegenheit dem Ufer nahe zu kommen. Beachten sollte man deshalb, dass man stets genug Trinkwasser bei sich führt und das es vor allem im Sommer in der Steppe sehr heiß werden kann (unbedingt auf einen guten Sonnenschutz achten!!).

Sagan Saba

Die 5km südlich vom Kap Krestowski aus dem Baikal aufragenden weißen Marmorfelsen umschließen eine sehr schöne ruhige Bucht und sind bekannt für einige Felsmalereien aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit. Ursprünglich zählten sie zu den kunstvollsten in ganz Sibirien, aber Zerstörungen durch übereifrige christliche Missionare vom gegenüberliegenden Kloster Posolsk und Erosion haben inzwischen beträchtliche Schäden hinterlassen. Trotz allem sind vor allem im Winter, wenn der Baikal zugefroren ist und man sie übers Eis besser erreichen kann, die Zeichnungen noch erkennbar. Dargestellt werden einige Gänse, ein Hirsch sowie mehrere Jäger.

Der Indianer

Etwas südlich von der Bucht ähnelt einer der Felsvorsprünge einem schlafenden Indianer. Der Aufstieg auf die Steilküste ist vor allem im Sommer eine sehr anstrengende Angelegenheit. Aber man wird mit einen grandiosen Rundblick über den Baikalsee belohnt und kann bei schönem Wetter bis ans andere Ufer sehen. Unweit von hier befinden sich auch mehrere Höhlen, die man jedoch nur mit ortskundigen Führern und entsprechender Ausrüstung besuchen sollte. Mit einem geländegängigen Fahrzeug (Uasik) kann man bis in die Bucht fahren, wobei jedoch auch die meisten Fahrer aus Irkutsk den Weg nicht kennen. Man sollte sich deshalb in Elanzy unbedingt den Weg erklären lassen.

Heiliger Berg Jeche-Jord

Entlang dem Fluß Anga, der östlich von Elanzy bis an den Baikal führt, liegen mehrere für den Schamanismus heilige Orte. Am bekanntesten ist der heilige Berg Jeche-Jord, ein 2km vor dem Delta der Anga aufragender kegelförmiger Hügel. Bereits vor Urzeiten war dieser Hügel Schauplatz alter schamanistischer Rituale, deren Höhepunkt ein Rundtanz um den Berg war. Über 700 Teilnehmer waren notwendig um um den Berg eine Menschenkette bilden zu können, während der Schamane auf dem Gipfel des Hügels sich mit seinen Trommelschlägen in Trance versetzte um in die Zukunft zu schauen. Zugleich war das Fest aber auch der jährliche Treffpunkt für die in dieser Regionen lebenden Menschen und so wurden auch sportliche Wettkämpfe durchgeführt oder Ehen geschlossen und natürlich getanzt. In sowjetischer Zeit war das Fest in Vergessenheit geraten, seit 2000 versucht man es wieder alle vier Jahre durchzuführen, zuletzt hat es jedoch im Jahr 2005 stattgefunden. 2004 war es an fehlenden Finanzen gescheitert.

Bucht Aja

Die nördlich der Mündung der Anga gelegene tief eingeschnittene Bucht war wie der Berg Jeche-Jord früher ein wichtiges schamanistisches Heiligtum. Zu sehen ist davon heute jedoch nicht mehr viel und außer einem schwankenden Bootssteeg und einem kleinen Gehöft sieht man auch nicht viele Anzeichen einer Besiedlung. Zugleich befindet sich hier aber ein kleiner geschützter Sandstrand und es bieten sich sehr schöne Touren zur nahegelegenen Mündung der Anga, auf die umliegenden Felsen der Steilküste sowie zu einem kleinen herzförmigen See an. Von dort hat man einen fantastischen Ausblick, sowohl auf die unendlich erscheinende Steppe als auch auf den Baikal. Wer eine grandiose Landschaft und etwas Ruhe genießen möchte, der findet hier sein Paradies auf Zeit. Auch hier befinden sich mehrere sehr interessante Höhlen, die teilweise tief in den Felsen hineinreichen oder in denen sich selbst im Sommer meterdicke Eisschichten befinden (Höhle Medwed) . Bereits seit der frühen Eisenzeit dienten einige Höhlen auch als Unterschlupf und in vielen haben Archäologen alte Werkzeuge, Pfeilspitzen sowie einen Hammelknochen mit alttürkischen Schriftzeichen gefunden. Längste Höhle ist die wegen ihrer wunderschönen Tropfsteine bekannte Metschta Höhle (830m).

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